Rosen: Frische erkennen, richtig pflegen, Farben deuten
Rosen gibt es im Blumengeschäft an jedem Tag des Jahres, und genau deshalb wird oft wenig über sie nachgedacht. Dabei entscheidet sich an der Theke, ob ein Strauss fünf Tage hält oder vierzehn. Diese Seite zeigt, woran Sie frische Rosen erkennen, wie Sie sie versorgen, was die Farben bedeuten und wo Rosen in der Schweiz zu Hause sind: in den Gärten von Rapperswil, am Hang über der Aare in Bern und wild bis an die Baumgrenze.
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Eine Rose zeigt ihr Alter nicht an der Blüte, sondern am Kopf und am Stiel. Drücken Sie den Blütenkopf leicht zusammen: Fühlt er sich fest an, hat die Rose noch viel Vasenleben vor sich. Gibt er nach wie ein Schwamm, war sie schon zu lange ohne Wasser. Schauen Sie dann auf die äusseren Blütenblätter, die sogenannten Schutzblätter. Sie dürfen etwas derber sein, aber nicht braun oder trocken. Das Laub soll glänzen, der Stiel unten hell und sauber sein; ein dunkler, glitschiger Stielansatz verrät, dass das Wasser im Eimer selten gewechselt wurde.
Ein Wort zur Knospe: Ganz geschlossene, harte Knospen öffnen sich bei Rosen oft gar nicht mehr, weil sie zu früh geschnitten wurden. Ideal sind Köpfe, die sich schon leicht geöffnet haben und bei denen die inneren Blätter noch eng anliegen.
Rosen in der Vase: zwei Wochen sind möglich
- Vase schrubben: Bakterien aus der letzten Blumenrunde verstopfen die Stiele. Heisses Wasser und ein Tropfen Spülmittel genügen.
- Laub kürzen: Alle Blätter entfernen, die unter die Wasseroberfläche reichen würden. Was oben bleibt, bleibt.
- Schräg anschneiden: Mit einem scharfen Messer zwei bis drei Zentimeter abschneiden, nicht mit der Haushaltsschere quetschen. Sofort ins Wasser.
- Lauwarmes Wasser und Frischhaltemittel: Das Beutelchen aus dem Strauss hat seinen Zweck. Es nährt die Blüte und hält das Wasser klar.
- Kühl und abseits von Obst: Reifende Äpfel und Bananen geben Ethylen ab, das Blüten altern lässt. Direkte Sonne, Heizung und Zugluft meiden.
- Jeden zweiten Tag: Wasser wechseln, Stiele einen Zentimeter nachschneiden, welke Schutzblätter abzupfen.
Lässt eine Rose trotzdem den Kopf hängen, ist meist Luft im Stiel. Was dann hilft, steht in unserer Soforthilfe für hängende Rosen. Grundregeln für alle Schnittblumen finden Sie in den Pflegetipps und in der Übersicht Welche Schnittblumen halten am längsten.
Vasenleben nach Rosentyp
| Typ | Merkmal | Vasenleben (ca.) |
|---|---|---|
| Edelrose (Teehybride) | eine grosse Blüte pro langem Stiel | 7-12 Tage |
| Spray-Rose | mehrere kleine Blüten pro Stiel | 7-10 Tage |
| Gartenrosen-Typ, gefüllt | becherförmig, oft duftend | 5-7 Tage |
Was im Blumengeschäft steht
Schnittrosen sind fast immer Edelrosen, auch Teehybriden genannt: ein kräftiger Stiel, eine einzelne Blüte, kaum Duft, dafür Haltbarkeit. Daneben haben sich Spray-Rosen etabliert, die wie Miniatur-Sträusse an einem Stiel wachsen und einen Strauss locker machen. Wer Duft sucht, fragt nach gefüllten Sorten im Gartenrosen-Stil; sie sind schöner, aber kürzer haltbar. Viele Rosen im Handel stammen aus Gewächshäusern in den Niederlanden oder von Farmen in Kenia, Äthiopien und Ecuador, ein Teil davon mit Fairtrade-Zeichen. Schweizer Freilandrosen sind Saisonware für die Sommermonate.
Rot, Rosa, Gelb: was Sie mit der Farbe sagen
- Rot bleibt die Liebeserklärung, am Valentinstag ohnehin. Dunkles Bordeaux wirkt weniger romantisch und eher als Zeichen von Respekt, etwa zum Vatertag oder zu einem Jubiläum.
- Rosa ist die Farbe für Dank und Zuneigung ohne Hintergedanken: Muttertag, Geburtstag, ein Besuch bei der Grossmutter.
- Weiss gehört zur Hochzeit ebenso wie zum Abschied. Als Kondolenzstrauss gehören weisse Rosen zu den gängigsten Wahlen.
- Gelb und Orange stehen für Freundschaft und Lebensfreude. Die alte Deutung von Gelb als Eifersucht kennt heute kaum noch jemand; wer sicher gehen will, mischt Gelb mit Weiss oder Orange.
- Apricot, Creme und Lavendel sind die Farben für alle, die es weder rot noch rosa wollen: elegant, modern, ohne feste Botschaft.
Mehr zu den Botschaften einzelner Blumen finden Sie in unserer Blumensprache. Welche Rosenfarbe zum Liebesgeständnis passt, hat eine eigene Seite.
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Rosensträusse ansehenRosen in der Schweiz: Rapperswil, Bern und die Alpen
Die Schweiz hat eine eigene Rosenstadt: Rapperswil am Zürichsee trägt zwei rote Rosen im Wappen, und in den Rosengärten der Altstadt blühen zwischen Juni und Oktober rund 15’000 Edel-, Polyantha- und Strauchrosen. Ein eigener Duftrosengarten ist für sehbehinderte Besucher angelegt und mit Braille- und Normalschrift beschildert. In Bern liegt der Rosengarten am Hang über der Aare; von 1765 bis 1877 war er der Friedhof der Unteren Altstadt und ist seit 1913 öffentlicher Park. Heute wachsen dort Hunderte Rosen- und Irissorten, und die Aussicht auf die Altstadt zählt zu den bekanntesten in Bern.
Wild wachsen Rosen in der Schweiz vom Mittelland bis in die Berge. Die Hundsrose (Rosa canina) ist die häufigste: Sie blüht im Juni hellrosa an Waldrändern und Hecken, ihre Hagebutten reifen erst im Oktober und November und sind ungiftig. Die Alpen-Hagrose oder Gebirgs-Rose (Rosa pendulina) steigt bis an die Baumgrenze auf rund 2000 Meter, blüht von Mai bis Juli in kräftigem Purpurrosa und hat fast stachellose Zweige, was sie unter Wildrosen zur Ausnahme macht.
Rosen im eigenen Garten
Wurzelnackte Rosen pflanzen Sie im Herbst oder im zeitigen Frühling an einen sonnigen, luftigen Platz; Containerrosen gehen das ganze Jahr, solange der Boden nicht gefroren ist. Die Veredelungsstelle kommt etwa fünf Zentimeter unter die Erde. Gegossen wird selten, aber durchdringend, immer am Boden und nie über das Laub, damit Sternrusstau und Mehltau keine Chance haben. Der Rückschnitt folgt der alten Gärtnerregel: wenn die Forsythien blühen. Dann kürzen Sie Beet- und Edelrosen kräftig, Strauch- und Kletterrosen nur auslichtend. Im Herbst bleibt die Schere stecken; abgestorbenes Holz darf raus, der Rest wartet bis zum Frühling.
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