Welche Blumen für Katze und Hund giftig sind, und welche nicht
Ein frischer Strauss in der Stube ist für die Katze ein Kletterziel und für den jungen Hund ein Kauspielzeug. Die meisten Blumen überstehen Tiere mit etwas Bauchweh, bei wenigen zählt jede Stunde. Hier lesen Sie, welche Schnitt- und Topfblumen in Schweizer Haushalten gefährlich werden, welche laut ASPCA ungiftig sind und wie Sie im Notfall vorgehen.
Ob eine Blume einem Tier schadet, hängt von vier Dingen ab: welche Pflanze, welcher Teil davon, wie viel, und ob Katze oder Hund. Katzen nehmen Giftstoffe gern über Umwege auf. Sie streifen an einer Blüte vorbei und lecken sich danach den Blütenstaub aus dem Fell, oder sie trinken aus der Vase, weil das Wasser dort spannender ist als im Napf. Hunde gehen direkter vor: Sie zerkauen einen Stiel, fressen eine Zwiebel, die beim Umtopfen liegen blieb, oder graben im Garten die frisch gesetzten Zwiebeln wieder aus. Dort, in Zwiebel und Knolle, sitzt bei vielen Arten das meiste Gift.
Auf einen Blick
- Nie zu einer KatzeLilien (Lilium) und Taglilien (Hemerocallis): Schon Pollen oder Vasenwasser können ein akutes Nierenversagen auslösen.
- Ernst für beideMaiglöckchen (wirkt auf das Herz), Narzissen und Amaryllis (Lycorin, Zwiebel am giftigsten), Alpenveilchen (Knolle), Eukalyptus als Beiwerk im Strauss.
- Ausser ReichweiteTulpen, Hyazinthen, Christrosen, Chrysanthemen, Hortensien, Iris, Gladiolen, Calla und Friedenslilie: meist Speicheln, Erbrechen und Durchfall.
- MildNelken, Pfingstrosen und Weihnachtsstern reizen Magen oder Haut, schwere Vergiftungen sind nicht dokumentiert.
- Laut ASPCA ungiftigRosen, Gerbera, Sonnenblumen, Löwenmäulchen, Inkalilien, Zinnien, Schleierkraut und Schmetterlingsorchideen.
⚠ Katze im Haus? Dann keine Lilie, egal wie hoch sie steht
Gefährlich sind alle echten Lilien der Gattung Lilium, also Oster-, Tiger-, Asiatische und Orientalische Lilien wie «Stargazer», dazu die Taglilien (Hemerocallis). Giftig ist die ganze Pflanze: Stiel, Blatt, Blüte, Blütenstaub und das Wasser in der Vase. Welcher Stoff die Nieren der Katze angreift, ist bis heute nicht bekannt; sicher ist nur, dass winzige Mengen genügen. Hunde bekommen von Lilien laut FDA höchstens eine Magenverstimmung, aber kein Nierenversagen. Wer Blumen an jemanden mit Katze verschickt, schreibt in die Bemerkung zur Bestellung: ohne Lilien.
Vorsicht bei den Namensvettern: Inkalilie, Calla und Friedenslilie tragen das Wort Lilie im Namen, gehören aber nicht zur Gattung Lilium. Die Inkalilie (Alstroemeria) führt die ASPCA als ungiftig. Calla und Friedenslilie enthalten unlösliche Calciumoxalate, die im Maul brennen und zu starkem Speicheln und Schluckbeschwerden führen, die Nieren aber unbehelligt lassen. Umgekehrt ist das Maiglöckchen botanisch keine Lilie und trotzdem eine der ernsteren Pflanzen für Katze und Hund, weil seine Cardenolide den Herzschlag aus dem Takt bringen.
Achtzehn Blumen und Pflanzen im Vergleich
Schnittblumen, Topfpflanzen und Beiwerk, die im Lauf eines Jahres in Schweizer Wohnungen stehen. Die Stufen fassen die von der ASPCA dokumentierten Beschwerden zusammen; der einzelne Fall hängt von Menge, Pflanzenteil und Grösse des Tieres ab.
| Pflanze | Katze | Hund | Mögliche Beschwerden | Gut zu wissen |
|---|---|---|---|---|
| ⛔ Extrem | ✓ Niedrig | Katze: Erbrechen, Appetitlosigkeit, Mattigkeit, dann Nierenversagen. Hund: höchstens Magenverstimmung | Ganze Pflanze samt Pollen und Vasenwasser. Laut ASPCA sind Katzen die einzige betroffene Tierart. | |
| MaiglöckchenConvallaria majalis | ⛔ Hoch | ⛔ Hoch | Erbrechen, unregelmässiger Herzschlag, tiefer Blutdruck, Desorientierung, Krampfanfälle | Herzwirksame Cardenolide. Beliebt in Frühlingssträussen rund um den Muttertag. |
| ⛔ Hoch | ⛔ Hoch | Erbrechen, Speicheln, Durchfall; grosse Mengen: Krämpfe, Zittern, tiefer Blutdruck, Herzrhythmusstörungen | Lycorin und weitere Alkaloide, am meisten in der Zwiebel. | |
| ⛔ Hoch | ⛔ Hoch | Erbrechen, Mattigkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Speicheln, Appetitlosigkeit, Zittern | Ebenfalls Lycorin. Im Advent oft als Zwiebel im Topf, und die Zwiebel ist der giftigste Teil. | |
| ⛔ Hoch | ⛔ Hoch | Speicheln, Erbrechen, Durchfall; nach grösseren Mengen der Knolle Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle | Terpenoid-Saponine, konzentriert in der Knolle. Typische Topfpflanze im Herbst und zu Allerheiligen. | |
| ⚠ Mittel | ⚠ Mittel | Heftiges Erbrechen, Durchfall (gelegentlich blutig), Mattigkeit, Zittern | Vermutlich Alkaloide ähnlich der Narzisse. Die Zwiebel im Glas ist für Tiere leicht erreichbar. | |
| ⚠ Mittel | ⚠ Mittel | Erbrechen, Mattigkeit, Durchfall, Speicheln | Tulipalin A und B, am stärksten in der Zwiebel. | |
| ChristroseHelleborus niger | ⚠ Mittel | ⚠ Mittel | Speicheln, Bauchschmerzen, Durchfall, Kolik, Mattigkeit | Herzglykoside, Saponine und Protoanemonin. Beliebte Topfpflanze in der Adventszeit. |
| ⚠ Mittel | ⚠ Mittel | Erbrechen, Durchfall, Speicheln, Koordinationsstörungen, Hautreizung | Sesquiterpenlactone und Pyrethrine. In katholischen Kantonen der Grabschmuck zu Allerheiligen. | |
| ⚠ Mittel | ⚠ Mittel | Erbrechen, Mattigkeit, Durchfall | Cyanogene Glykoside. Eine eigentliche Blausäurevergiftung ist laut ASPCA selten. | |
| ⚠ Mittel | ⚠ Mittel | Speicheln, Erbrechen, Mattigkeit, Durchfall | Terpenoide, am stärksten im Rhizom. Heisst Schwertlilie, ist aber keine Lilie. | |
| ⚠ Mittel | ⚠ Mittel | Speicheln, Erbrechen, Mattigkeit, Durchfall | Giftstoff nicht identifiziert, höchste Konzentration in der Knolle. | |
| ⚠ Mittel | ⚠ Mittel | Brennen in Maul, Zunge und Lippen, starkes Speicheln, Erbrechen, Schluckbeschwerden | Unlösliche Calciumoxalate. Keine echten Lilien, kein Nierenrisiko. | |
| EukalyptusEucalyptus | ⚠ Mittel | ⚠ Mittel | Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Mattigkeit, Schwäche | Ätherische Öle (Eucalyptol). Häufiges Beiwerk in Sträussen und Adventskränzen. |
| ✓ Niedrig | ✓ Niedrig | Erbrechen, Durchfall, Mattigkeit | Paeonol. Beschwerden bleiben in der Regel auf den Magen-Darm-Trakt beschränkt. | |
| ✓ Niedrig | ✓ Niedrig | Leichte Magen-Darm-Beschwerden, leichte Hautreizung | Unbekannter Reizstoff, Verlauf meist harmlos. | |
| ✓ Niedrig | ✓ Niedrig | Gelegentlich leichtes Erbrechen oder Durchfall | Von der ASPCA als ungiftig geführt. Steckt als Füllmaterial in sehr vielen Sträussen. | |
| ✓ Niedrig | ✓ Niedrig | Reizung von Maul und Magen, manchmal Erbrechen | Reizender Milchsaft. Seine Giftigkeit wird laut ASPCA meist überschätzt. |
Wo das Gift steckt: vier typische Wege
Kaum ein Tier frisst einen ganzen Strauss. Gefährlich wird es meist so:
Blumen für einen Haushalt mit Katze oder Hund?
Rosen, Gerbera, Sonnenblumen oder Inkalilien, und in der Bemerkung zur Bestellung ein kurzer Hinweis: ohne Lilien, ohne Eukalyptus.
Blumen, die laut ASPCA ungiftig sind
Die folgenden Blumen führt die ASPCA für Hunde und Katzen als ungiftig. Das bedeutet keine Vergiftung, nicht zwingend keine Beschwerden: Die ASPCA weist selbst darauf hin, dass praktisch jedes Pflanzenmaterial in Menge Erbrechen auslösen kann. Und ein einzelner Lilienstiel oder ein Zweig Eukalyptus im Mischstrauss macht die ganze Rechnung zunichte.
Notfall in der Schweiz: so gehen Sie vor
- Tier und Pflanze trennen. Nehmen Sie Pflanzenreste aus dem Maul, wenn das ohne Biss möglich ist, und räumen Sie heruntergefallene Blätter und Blüten weg. Hat eine Katze Blütenstaub im Fell, hindern Sie sie am Putzen und wischen Sie den Pollen mit einem feuchten Tuch ab.
- Pflanze sichern. Heben Sie ein Stück der Pflanze samt Etikett auf oder fotografieren Sie sie. Notieren Sie die Uhrzeit, den Pflanzenteil und ungefähr, wie viel fehlt. Bei einem gelieferten Strauss zeigt die Bestellbestätigung, welche Sorten enthalten waren.
- Anrufen, nicht abwarten. Rufen Sie Ihre Tierarztpraxis an, ausserhalb der Öffnungszeiten eine Tierklinik mit Notfalldienst; das Tierspital Zürich zum Beispiel nimmt Kleintiere rund um die Uhr als Notfall an. Tox Info Suisse erreichen Sie unter 145 Tag und Nacht: Dort erfahren Sie, wie gefährlich die Situation für Ihr Tier ist und welche einfachen Sofortmassnahmen sinnvoll sind. Konkrete Behandlungsempfehlungen gibt die Stelle nur an Tierärztinnen und Tierärzte weiter.
- Keine Hausmittel. Lösen Sie kein Erbrechen aus und geben Sie weder Salzwasser noch Milch oder Öl. Ob Erbrechen hilft oder schadet, hängt vom Gift ab und wird am Telefon entschieden.
- Beobachten und hinfahren. Speicheln, Erbrechen, Mattigkeit, Zittern, Krämpfe oder eine auffällig veränderte Urinmenge sind Gründe, sofort in die Praxis oder Klinik zu fahren. Bei Katze und Lilie fahren Sie auch ohne Symptome.
Lilienvergiftung bei der Katze: der Verlauf nach FDA
Zeitangaben der US-Arzneimittelbehörde FDA. Bei den übrigen Pflanzen zeigen sich Magen-Darm-Beschwerden meist innerhalb weniger Stunden und klingen bei kleinen Mengen oft von selbst ab.
Häufige Fragen
Vor welchen Blumen muss ich meine Katze am dringendsten schützen?
Echte Lilien der Gattung Lilium und Taglilien (Hemerocallis). Laut ASPCA sind Katzen die einzige Tierart, bei der diese Pflanzen Nierenversagen auslösen, und es genügen winzige Mengen: Blütenstaub, den sich die Katze aus dem Fell leckt, ein angeknabbertes Blatt oder ein Schluck Vasenwasser. Danach folgen Maiglöckchen, Narzissen, Amaryllis und Alpenveilchen, die Katze und Hund gleichermassen treffen.
Wen rufe ich in der Schweiz an, wenn mein Tier an einer Blume gefressen hat?
Zuerst Ihre Tierarztpraxis, ausserhalb der Öffnungszeiten eine Tierklinik mit Notfalldienst; das Tierspital Zürich etwa nimmt Kleintiere rund um die Uhr als Notfall an. Tox Info Suisse ist unter 145 Tag und Nacht erreichbar und sagt Ihnen, wie gefährlich die Situation für Ihr Tier ist und welche einfachen Sofortmassnahmen sinnvoll sind. Konkrete Behandlungsempfehlungen gibt die Stelle nur an Tierärztinnen und Tierärzte weiter.
Reicht es, den Lilienstrauss aufs Büchergestell zu stellen?
Nein. Eine Katze erreicht fast jede Ablage, und sie muss die Lilie nicht einmal anknabbern: Streift sie an den Staubbeuteln vorbei und putzt sich danach, hat sie den Blütenstaub bereits aufgenommen. Lebt eine Katze im Haushalt, bleiben Lilien und Taglilien ganz draussen. Schenken Sie jemandem mit Katze Blumen, vermerken Sie bei der Bestellung ausdrücklich: ohne Lilien.
Mein Hund hat eine Blumenzwiebel ausgegraben und zerkaut. Wie ernst ist das?
Bei Tulpe, Hyazinthe, Narzisse und Amaryllis steckt in der Zwiebel die höchste Giftkonzentration, bei Gladiole und Alpenveilchen in der Knolle. Am ernstesten ist die Narzissenzwiebel: Ihr Lycorin verursacht Erbrechen, Speicheln und Durchfall, grössere Mengen auch Krämpfe, Zittern und Herzrhythmusstörungen. Rufen Sie die Tierarztpraxis an und sagen Sie, um welche Zwiebel es sich handelt und wie viel ungefähr fehlt.
Ist der Weihnachtsstern wirklich so giftig?
Weniger als sein Ruf. Die ASPCA stuft seine Giftigkeit als meist überschätzt ein: Der Milchsaft reizt Maul und Magen und führt gelegentlich zu Erbrechen, mehr in der Regel nicht. Ernster zu nehmen sind im Advent die Amaryllis mit ihrer Zwiebel, die Christrose im Topf und Eukalyptuszweige im Kranz, die für Katze und Hund giftig sind.
Welchen Strauss kann ich jemandem mit Katze oder Hund schenken?
Rosen, Gerbera, Sonnenblumen, Löwenmäulchen und Inkalilien führt die ASPCA als ungiftig für Hunde und Katzen, ebenso Schleierkraut als Füllmaterial. Entscheidend ist, was sonst noch im Strauss steckt: Eine einzelne Lilie oder ein Zweig Eukalyptus macht aus einem unbedenklichen Strauss einen riskanten. Schreiben Sie darum in die Bemerkung zur Bestellung: ohne Lilien, ohne Eukalyptus.
Quellen
Diese Veröffentlichungen haben wir für die Angaben auf dieser Seite herangezogen. Die englischsprachigen Datenbanken lassen sich nach Pflanzennamen durchsuchen.
- Tox Info Suisse: Vergiftungen bei Tieren, Notrufnummer 145 rund um die Uhr, Auskunft zur Gefährdung des Tieres und zu einfachen Notfallmassnahmen.
- ASPCA: Toxic and Non-Toxic Plants, Pflanzendatenbank mit Wirkstoffen und Beschwerden für Hund, Katze und Pferd (Englisch).
- FDA: Lovely Lilies and Curious Cats, welche Lilien gefährlich sind, Zeitverlauf und Behandlungsfenster (Englisch).
- Pet Poison Helpline: Lilies, giftige Pflanzenteile und Bedeutung der frühen Behandlung (Englisch).
- Tierspital Zürich, Notfalldienst für Kleintiere rund um die Uhr.
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Porträts zu Blumen aus dieser Übersicht.
Lilien
Liliengruppen im Blumenladen, Vasenpflege, Pollenflecken und die geschützten Wildlilien der Schweiz.
Narzissen
Frühlingsboten mit giftiger Zwiebel: was beim Kauf, beim Umtopfen und mit Hund im Garten zählt.
Tulpen
Sorten, Haltbarkeit in der Vase und warum die Zwiebel der heikelste Teil ist.
Blumen zu Allerheiligen
Chrysanthemen, Alpenveilchen und Gestecke für das Grab Anfang November in den katholischen Kantonen.
Ein Strauss, der zu Mensch und Tier passt
Rosen, Gerbera, Sonnenblumen und Inkalilien gelten für Katze und Hund als ungiftig. Die Sortenliste zeigt, was sonst noch im Strauss steckt.
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Wichtiger Hinweis. Diese Seite informiert allgemein und ersetzt weder Untersuchung noch Beratung in der Tierarztpraxis. Bei jedem Verdacht auf eine Vergiftung wenden Sie sich zuerst an Ihre Tierärztin, Ihren Tierarzt oder eine Tierklinik.