Iris: von der Schnittblume bis zur geschützten Schwertlilie am Seeufer
Die schlanke blaue Iris aus dem Blumenladen, die üppige Bartiris im Bauerngarten und die gelbe Schwertlilie im Schilfgürtel eines Schweizer Sees gehören zur selben Gattung, verlangen aber ganz unterschiedliche Behandlung. Hier lesen Sie, wie Sie Schnitt-Iris auswählen und pflegen, was die Gartenarten brauchen und warum die wilden Verwandten nur angeschaut werden dürfen.
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Blumen jetzt bestellenDrei Blätter nach unten, drei nach oben
Eine Irisblüte ist anders gebaut als die meisten Blumen: Drei äussere Blütenblätter hängen herab, drei innere stehen aufrecht wie ein kleiner Dom. Bei der Bartiris trägt jedes Hängeblatt einen flauschigen Streifen, den Bart, der Hummeln als Landebahn dient. Wegen dieses dreiteiligen Aufbaus halten viele die französische Fleur-de-Lis für eine stilisierte Schwertlilie und nicht für eine Lilie. Ihren Namen hat die Gattung von der griechischen Götterbotin Iris, der Hüterin des Regenbogens, und die Palette von fast Schwarz über Blau und Gelb bis Weiss macht dem Namen alle Ehre.
Schnitt-Iris: kurze, intensive Freude
Was in Schweizer Blumenläden als Iris verkauft wird, ist beinahe immer die Holländische Iris (Iris × hollandica). Sie wächst aus einer Zwiebel, lässt sich gut vorziehen und ist deshalb fast das ganze Jahr erhältlich, meist in Blauviolett, aber auch in Weiss, Gelb und zweifarbig. Zu den Dauerläufern in der Vase zählt sie nicht, mit der richtigen Auswahl holen Sie aber eine knappe Woche heraus.
- Im richtigen Moment kaufen: Die Knospe ist noch geschlossen, an der Spitze aber schon farbig, wie ein Pinsel, der in Farbe getaucht wurde. Grüne, harte Knospen gehen oft nicht mehr auf.
- Anschneiden und entblättern: Mit einem scharfen Messer schräg kürzen, Blätter unter der Wasserlinie entfernen, in kühles Wasser mit Frischhaltemittel stellen.
- Kühl halten: In einem warmen Zimmer ist eine Irisblüte in zwei Tagen vorbei, im kühlen Korridor hält sie doppelt so lang. Nicht neben Heizung oder Früchteschale.
- Zweite Knospe nutzen: Viele Stiele tragen in der Hülle eine zweite, kleinere Knospe. Zupfen Sie die verblühte erste Blüte vorsichtig heraus, dann kommt die zweite nach.
Iris leuchtet am stärksten neben Gelb: ein Bund blaue Iris mit gelben Tulpen oder Narzissen ist ein Frühlingsklassiker. Narzissen geben frisch angeschnitten allerdings einen Schleim ab, der andere Blumen schädigt; stellen Sie sie zuerst einige Stunden allein ins Wasser. Welche Blumen deutlich länger halten, zeigt Welche Schnittblumen halten am längsten?
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Preise und Auswahl ansehenBartiris, Sibirische Iris und Zwerg-Iris im Garten
Bartiris (Hybriden, oft als Iris germanica verkauft) blüht im Mai und Juni und will volle Sonne und einen durchlässigen, eher trockenen Boden; das warme Klima im Rhonetal oder in den Föhntälern kommt ihr entgegen, in nassem Lehm fault das Rhizom. Der typische Anfängerfehler: Das Rhizom wird vergraben. Es gehört waagrecht und so flach in die Erde, dass die Oberseite herausschaut und von der Sonne gewärmt wird. Verkahlt der Horst nach einigen Jahren in der Mitte, wird im Juli oder August geteilt: junge Rhizomstücke mit Blattfächer abtrennen, Blätter auf eine Handbreit kürzen, flach neu setzen.
Die Sibirische Iris (Iris sibirica) ist das Gegenstück: Sie liebt feuchte Füsse, bildet grasartige Horste und blüht im Juni mit zierlichen blauen Blüten, ideal für den Teichrand, auch in höheren Lagen. Zwerg-Iris wie Iris reticulata wachsen aus kleinen Zwiebeln, die Sie im Herbst setzen, und blühen schon im Februar und März in Töpfen auf Balkon und Fenstersims.
Iris auf einen Blick
| Typ | Wurzelorgan | Blüte | Platz |
|---|---|---|---|
| Holländische Iris | Zwiebel | Handel fast ganzjährig | Vase, kühl |
| Bartiris | Rhizom | Mai bis Juni | sonnig, trocken |
| Sibirische Iris | Rhizom | Juni | feucht, Teichrand |
| Zwerg-Iris | Zwiebel | Februar bis März | Topf, Steingarten |
| Gelbe Schwertlilie | Rhizom | Mai bis Juni | Ufer, wild geschützt |
Wilde Schwertlilien in der Schweiz
Die Iris, die Ihnen hierzulande am ehesten in freier Natur begegnet, ist die Gelbe Schwertlilie (Iris pseudacorus). Im Mai und Juni blüht sie in Röhrichten, an Seeufern, Bächen und Gräben vom Jura über das Mittelland bis ins Tessin und ins Rhonetal. Viel seltener ist die Sibirische Schwertlilie mit blauvioletten Blüten; sie braucht ungedüngte Sumpfwiesen, die erst im Spätsommer gemäht werden, und steht in der Schweiz auf der Roten Liste als verletzlich. Beide Arten gehören zu den Pflanzen, die der Bund in der Natur- und Heimatschutzverordnung national unter Schutz stellt; viele Kantone schützen sie zusätzlich. Pflücken, Ausgraben oder Beschädigen ist verboten, auch bei der häufigen gelben Art. Für den eigenen Teich gibt es beide aus der Gärtnerei, wobei die Gelbe Schwertlilie dort kräftig wuchert.
Als Geschenk steht die Iris für Wertschätzung und Zuversicht; ein blauer Irisstrauss passt zu einer bestandenen Prüfung oder einem Neuanfang. Mehr Bedeutungen finden Sie in der Blumensprache.
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Strauss wählen →Allgemeine Hinweise, damit jeder Strauss länger hält, finden Sie in unseren Pflegetipps.