Purpurglöckchen: die Blattstaude für Balkonkistli, Beet und Herbstschale
Wenn im Oktober die Geranien aus den Balkonkistli verschwinden, rücken die Purpurglöckchen nach. Die Heuchera wird nicht wegen ihrer Blüten gepflanzt, sondern wegen ihres Laubs, das je nach Sorte fast schwarz, weinrot, bernsteinfarben oder limettengrün leuchtet und oft bis zum Frühling hält. Hier lesen Sie, welche Sorte an welchen Platz gehört, wie die Pflanze jahrelang schön bleibt und was dahintersteckt, wenn sie plötzlich schlappmacht.
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Blumen jetzt bestellenEine Waldstaude aus Nordamerika
Purpurglöckchen gehören zu den Steinbrechgewächsen. Die rund vierzig Wildarten stammen aus Nordamerika, von Kanada bis Mexiko, wo sie an Waldrändern und in Felsspalten wachsen; benannt ist die Gattung nach dem deutschen Arzt und Botaniker Johann Heinrich von Heucher. Die Pflanzen in den Gartencentern sind fast ausnahmslos Hybriden, die auf ihr Laub hin gezüchtet wurden. Über der halbkugeligen Blattrosette erscheinen zwischen Mai und August dünne Stiele mit winzigen Glöckchen in Weiss, Rosa oder Korallenrot, bei denen Hummeln gern vorbeischauen. Wer die Rosette kompakt halten will, schneidet die Stiele nach dem Verblühen ab.
Der Standort richtet sich nach der Blattfarbe
Die wichtigste Regel: Je heller das Laub, desto mehr Schatten. Dunkelrote und purpurne Sorten wie 'Palace Purple' oder 'Obsidian' vertragen am meisten Licht und färben im Halbschatten oft am tiefsten. Limettengrüne und gelbe Sorten wie 'Lime Rickey' bekommen in der Mittagssonne braune Brandflecken, leuchten aber im lichten Schatten unter Gehölzen wie kleine Lampen. Karamellfarbene Sorten wie 'Caramel' oder 'Marmalade' liegen dazwischen und wechseln ihren Ton im Lauf des Jahres.
Der Boden soll humos, locker und durchlässig sein. Staunässe ist der häufigste Grund, warum ein Purpurglöckchen den Winter nicht überlebt; in schwerem Lehm helfen Kompost und etwas Splitt. In trockenen Föhntälern wie dem Rhonetal braucht die Pflanze Schutz vor der Nachmittagssonne und eine Mulchschicht, in den feuchteren Lagen des Mittellands und der Voralpen wächst sie ohne grossen Aufwand.
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Preise und Auswahl ansehenPflege durchs Gartenjahr
- Frühling: Eingetrocknete Blätter abzupfen. Pflanzen, die der Frost gehoben hat, wieder andrücken. Eine Handvoll Kompost genügt; zu viel Stickstoff macht das Laub weich und blass.
- Sommer: Bei Trockenheit durchdringend giessen, am Morgen und an die Basis statt über die Blätter. Verblühte Stiele abschneiden.
- Herbst: Die beste Pflanzzeit. Eine dünne Laubschicht rund um die Rosette schützt die Wurzeln.
- Alle drei bis vier Jahre: Der Wurzelstock verholzt und schiebt sich nach oben, bis die Pflanze auf einem kleinen Stamm zu sitzen scheint. Dann im Frühling ausgraben, in Stücke mit eigenen Wurzeln teilen und so tief setzen, dass nur die Rosette herausschaut.
Herbstschale, Grabschmuck und Balkonkistli
Von Oktober bis zum ersten Schnee haben Purpurglöckchen in der Schweiz Hochsaison. Zusammen mit Erika, Gräsern und kleinen Alpenveilchen füllen sie Schalen vor der Haustür und Kistli am Balkon, und auf den Friedhöfen der katholisch geprägten Kantone setzen die dunklen Sorten rund um Allerheiligen einen ruhigen, würdigen Akzent. Weitere Ideen finden Sie bei den Herbstblumen. Damit die Schale den Winter überlebt, braucht sie ein Abzugsloch, denn in stehendem Regenwasser faulen die Wurzeln, und etwas Wasser an frostfreien Tagen, weil wintergrünes Laub auch bei Kälte verdunstet. Im Frühling setzen Sie die Pflanzen einfach ins Beet.
Wenn die Pflanze plötzlich welkt
Welkt ein Purpurglöckchen trotz feuchter Erde und lässt es sich ohne Widerstand aus dem Boden ziehen, waren fast immer die Larven des Gefurchten Dickmaulrüsslers am Werk, die im Boden die Wurzeln abfressen. Die nachtaktiven Käfer verraten sich durch halbrunde Buchten am Blattrand. Besonders gefährdet sind Pflanzen in Töpfen und Kistli. Gegen die Larven helfen Nematoden aus dem Gartenfachhandel, die Sie bei warmer, feuchter Erde im Frühling oder Spätsommer mit dem Giesswasser ausbringen.
Im Blumenladen spielt die Heuchera als Schnittblume kaum eine Rolle, Floristinnen schätzen aber ihre Blätter: Ein paar dunkle Heuchera-Blätter geben Rosen, Ranunkeln oder Nelken einen edlen Hintergrund. Aus dem eigenen Garten schneiden Sie sie am frühen Morgen; bei regelmässigem Wasserwechsel bleiben sie etwa eine Woche frisch.
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