Blumen ins Spital schicken: was in der Schweiz gilt und was gut ankommt
Wer im Spital liegt, sieht tagelang dieselben Wände. Ein Strauss auf dem Nachttisch ändert das, vorausgesetzt, er darf auf die Abteilung, passt ins Mehrbettzimmer und trifft ein, bevor die Person wieder zu Hause ist. Hier lesen Sie, wie Schweizer Spitäler mit Blumen umgehen, welche Sorten sich bewähren und was die Zustellung braucht.
Eine Regel für alle Spitäler gibt es nicht
Das Spitalwesen ist in der Schweiz Sache der Kantone, und wie ein Haus mit Blumen umgeht, steht in seiner eigenen Hausordnung. Universitätsspital, Kantonsspital, Regionalspital oder Privatklinik: Jedes Haus entscheidet mit seiner Hygienefachstelle selbst, und oft hat jede Abteilung ihre eigene Praxis. Was auf der Orthopädie problemlos angenommen wird, bleibt auf der Intensivstation an der Tür.
Die Gründe sind überall dieselben: In Blumenerde können Pilzsporen stecken, abgestandenes Vasenwasser wird zur Keimquelle, Duft und Pollen stören im Mehrbettzimmer die Nachbarn. Für Menschen nach einer Chemotherapie oder Transplantation kann das gefährlich werden, und genau sie liegen auf den Abteilungen, die Blumen ablehnen.
Unser Rat deshalb: Rufen Sie vor der Bestellung auf der Abteilung an. Erwarten Sie aber nicht, dass man Ihnen am Telefon bestätigt, ob eine bestimmte Person dort liegt; aus Datenschutzgründen geben Spitäler solche Auskünfte nicht. Abteilung und Zimmernummer erfahren Sie am zuverlässigsten von der Person selbst oder von ihren Angehörigen.
Was auf den einzelnen Abteilungen üblich ist
Die Übersicht zeigt, womit Sie rechnen können. Verbindlich ist immer die Auskunft des Spitals.
| Abteilung | Blumen? | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Allgemeine Abteilung (Chirurgie, Orthopädie, Medizin) | Häufig ja | Schnittblumen werden meist angenommen. Im Mehrbettzimmer zählt Rücksicht: klein, duftarm, mit eigenem Wasserreservoir. |
| Geburtenabteilung | Häufig ja | Der Klassiker. Nach einer unkomplizierten Geburt ist die Familie aber oft nach wenigen Tagen zu Hause, dann lieber dorthin schicken. |
| Intensivstation (IPS) und Überwachung | Nein | Keine Blumen, keine Pflanzen. Warten Sie, bis die Person auf eine normale Abteilung verlegt wurde. |
| Onkologie, Hämatologie, Transplantation | Meist nein | Die Abwehr der Patientinnen und Patienten ist geschwächt. Hier entscheidet die Abteilung, und sie sagt oft nein. |
| Neonatologie | Meist nein | Frühgeborene sind besonders empfindlich. Blumen gehen besser an die Wohnadresse der Eltern. |
| Psychiatrische Klinik | Unterschiedlich | Glasvasen sind auf manchen Stationen nicht erlaubt. Ein gebundener Strauss im Wasserbeutel löst das Problem. |
So findet der Strauss ans richtige Bett
Viele Schweizer Spitäler haben mehrere Standorte, und auf dem Areal eines Zentrumsspitals stehen oft ein Dutzend Gebäude. Die Zustellung endet in der Regel an der Loge, am Empfang oder bei der Patientenaufnahme; von dort bringt das Personal den Strauss auf die Abteilung. Je genauer Ihre Angaben, desto kürzer dieser Weg.
- Spital und Standort
Schreiben Sie den Namen so, wie ihn das Spital selbst verwendet, in der Romandie also „Hôpital“, im Tessin „Ospedale“. Bei Spitalgruppen mit mehreren Standorten nennen Sie den Ort, an dem die Person tatsächlich liegt.
- Name, Abteilung, Zimmer
Vor- und Nachname vollständig, dazu die Abteilung oder Klinik und wenn bekannt die Zimmernummer. Bei häufigen Namen ist das Zimmer entscheidend.
- Vermerk und Rückrufnummer
Notieren Sie im Lieferhinweis „Patientin“ oder „Patient“ und hinterlassen Sie Ihre Telefonnummer, damit man Sie bei einer Verlegung erreicht.
- Spitaltauglichen Strauss wählen
Kompakt, duftarm, im Wasserbeutel oder in einem leichten, unzerbrechlichen Gefäss. Niemand auf der Abteilung hat Zeit, eine Vase zu suchen.
Spitalaustritt vor dem Strauss?
Spitalaufenthalte sind heute kurz, und oft ist jemand schon zu Hause, wenn die Blumen eintreffen. Melden Sie sich dann sofort beim Blumenshop, bei dem Sie bestellt haben: Solange der Strauss nicht unterwegs ist, lässt sich die Adresse meist ändern. Bei einem geplanten Eingriff mit zwei, drei Nächten im Spital schicken Sie die Blumen am besten gleich an die Wohnadresse, pünktlich zum Austritt.
Genesungsgrüsse bestellen, ins Spital oder nach Hause.
Blumen jetzt bestellenDiese Blumen passen ins Mehrbettzimmer
Im Spitalzimmer ist es warm, die Luft ist trocken, und der Strauss teilt sich den Nachttisch mit Wasserkrug, Brille und Handy. Gefragt sind Sorten, die kaum duften, wenig Pollen abgeben und eine Woche ohne Pflege durchhalten. Tulpen sind von Dezember bis in den Frühling die erste Wahl: fast geruchlos und selbst in einem kleinen Bund wirkungsvoll. Gerbera und Alstroemerien gibt es das ganze Jahr; beide sind praktisch duftfrei, und Alstroemerien gehören zu den haltbarsten Schnittblumen überhaupt. Ranunkeln wirken festlich, bleiben aber kompakt. Narzissen bringen den Frühling ins Zimmer, geben aber einen Schleim ab, der andere Blumen in derselben Vase welken lässt; weil im Spital niemand umstecken kann, schicken Sie sie als reinen Narzissenstrauss.
Was Sie besser weglassen
Lilien duften in einem geschlossenen Zimmer schnell aufdringlich, und ihr Blütenstaub färbt Bettwäsche und Spitalhemd. Hyazinthen sind zu Hause wunderbar, im Mehrbettzimmer aber eine Belastung für die Nachbarn. Weisse Lilien und Callas verbinden viele mit Abdankungen, und in katholisch geprägten Kantonen gehören Chrysanthemen zum Grabschmuck an Allerheiligen; für einen Genesungsgruss wählen Sie darum lieber helle, lebendige Farben.
Gut geeignet
- Tulpen: fast ohne Duft, Saison Dezember bis Mai
- Gerbera: geruchlos, kräftige Farben
- Alstroemerien: ganzjährig, sehr haltbar
- Ranunkeln: gefüllt, aber kompakt
- Strauss im Wasserbeutel: braucht keine Vase
Besser nicht
- Lilien: starker Duft, färbender Blütenstaub
- Hyazinthen: zu intensiv für ein geteiltes Zimmer
- Chrysanthemen, Callas, weisse Lilien: Trauersymbolik
- Topfpflanzen: Erde ist im Spital unerwünscht
- Grosse Gestecke und Glasvasen: kein Platz, teils verboten
Karte und Alternativen
Halten Sie die Karte kurz und zuversichtlich, ohne Diagnose oder Details zur Krankheit, denn sie liegt offen auf dem Nachttisch. Sagt die Abteilung nein zu Blumen, bleibt genug übrig: eine handgeschriebene Karte, ein Foto von Familie oder Hund, ein Hörbuch oder ein Anruf. Den Strauss heben Sie sich für den Tag des Austritts auf; und wer dem Pflegeteam danken möchte, schickt ihn ins Stationszimmer.
Für einzelne Häuser haben wir Lieferhinweise zusammengestellt, etwa für das Universitätsspital Zürich, das Inselspital Bern, das Universitätsspital Basel, das CHUV in Lausanne und das Luzerner Kantonsspital; alle Spitäler nach Kanton stehen in der Übersicht Blumen ins Spital senden. Wie lange einzelne Sorten in der Vase durchhalten, zeigt Welche Schnittblumen halten am längsten?, Hinweise zur Bestellung der Leitfaden zum Blumenversand.
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