Lilien im Strauss: Sorten erkennen, Knospen öffnen, Pollen bändigen
Drei Lilienstiele genügen, und die Wohnung riecht anders. Kaum eine Schnittblume ist so gross, so haltbar und so eigenwillig: Die Knospen öffnen sich über Tage, der Blütenstaub färbt alles, was er berührt, und für Katzen ist die ganze Pflanze lebensgefährlich. Wir zeigen, welche Lilien in Schweizer Blumenläden stehen und wie Sie sie zwei Wochen frisch halten.
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Blumen jetzt bestellenWelche Lilie steht da eigentlich?
Auf dem Preisschild steht meist nur „Lilie“, dabei verkaufen Floristinnen vier recht verschiedene Gruppen, die sich in Duft, Blütengrösse und Haltbarkeit unterscheiden.
- Orientalische Hybriden: Riesige, nach aussen gebogene Blüten mit schwerem, süssem Duft, etwa die rosa gesprenkelte „Stargazer“ und die weisse „Casa Blanca“. Für grosse Räume und Feste.
- Asiatische Hybriden: Kleinere, nach oben gerichtete Blüten in Gelb, Orange, Rot oder Rosa, so gut wie ohne Duft. Die Wahl für Büro, kleine Wohnung und Spitalbesuch.
- Longiflorum: Lange, schneeweisse Trompeten mit mildem Duft, rund um Ostern in vielen Kirchen und fester Teil der Trauerfloristik.
- LA- und OT-Hybriden: LA-Lilien haben feste Stiele und duften kaum, OT-Lilien werden sehr hoch und duften deutlich.
Vom Kauf bis zur letzten Blüte
- Den richtigen Stiel wählen: Ideal ist eine offene Blüte und mehrere Knospen, die bereits Farbe durchschimmern lassen. Harte, grasgrüne Knospen bleiben häufig geschlossen.
- Schwere Vase nehmen: Lilienstiele sind kopflastig. Handwarmes Wasser und das beigelegte Frischhaltemittel einfüllen.
- Mit dem Messer anschneiden: Zwei bis drei Zentimeter schräg, Blätter unterhalb der Wasserlinie abstreifen. Eine Küchenschere quetscht die Leitungsbahnen.
- Staubbeutel abzupfen: Sobald sich eine Blüte öffnet, die sechs Staubbeutel mit einem Papiertaschentuch abnehmen, bevor sie stauben. Die Blüte hält dadurch sogar etwas länger.
- Ausputzen und nachschneiden: Verblühtes am Ansatz abknipsen, alle zwei Tage frisches Wasser und ein neuer Anschnitt. Nicht neben die Früchteschale, denn reifendes Obst gibt Ethylen ab, das Blüten altern lässt.
Ist der Pollen doch auf dem Tischtuch gelandet: trocken, Klebeband, Sonne, dann erst waschen. Wasser und Reiben treiben den Farbstoff tiefer in den Stoff. Grundregeln für alle Sträusse finden Sie in unseren Pflegetipps, einen Vergleich der Haltbarkeit in Welche Schnittblumen halten am längsten?
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Mehr zu Farben und ihrer Bedeutung steht in der Blumensprache.
Die weisse Lilie gilt seit dem Mittelalter als Zeichen der Reinheit Marias; auf Verkündigungsbildern hält der Engel oft einen Stiel Lilium candidum, die Madonnenlilie. Daraus stammt ihre Rolle bei Abdankungen und im Kondolenzstrauss. Zur Hochzeit sind weisse und zartrosa Lilien ebenso beliebt, im Brautstrauss aber nur ohne Staubbeutel. Zum Muttertag, in der Schweiz am zweiten Sonntag im Mai, wirken rosa oder gelbe Lilien herzlich. Weniger geeignet sind Lilien dort, wo niemand dem Duft ausweichen kann, vor allem im Spital: Wer Blumen ins Spital schickt, greift zu asiatischen Lilien oder zu einer anderen Blume. Und lebt im Haushalt eine Katze, ist jede Lilie die falsche Wahl.
Türkenbund und Feuerlilie: wilde Lilien in der Schweiz
Wer im Juni oder Juli durch lichte Bergwälder oder über Alpweiden wandert, trifft mit etwas Glück den Türkenbund (Lilium martagon): nickende, rosaviolette Blüten mit dunklen Punkten, deren Blätter sich wie ein Turban nach hinten rollen. Er wächst im Jura und in den Alpen, seltener im Mittelland, und ist in der Schweiz national geschützt. Die orangerote Feuerlilie (Lilium bulbiferum) blüht an Felsen und auf Bergwiesen; sie gilt landesweit als potenziell gefährdet und ist in mehreren Kantonen vollständig geschützt, darunter Zürich, Aargau, Uri, Glarus und Appenzell Ausserrhoden. Pflücken und Ausgraben sind tabu. Gartenlilien ziehen Sie aus gekauften Zwiebeln, die im Herbst etwa dreimal so tief in durchlässige Erde kommen, wie sie hoch sind. Ab dem Austrieb lohnt der Blick nach dem Lilienhähnchen, einem siegellackroten Käfer, dessen Larven sich unter einem Mantel aus eigenem Kot verstecken und die Blätter kahlfressen.
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