Ein Frühlingsbote im Wald
Das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) blüht von März bis Mai, bevor die Bäume ihr Laub entfalten. Die Pflanze wird 10 bis 25 Zentimeter hoch und bildet meist eine einzelne weisse Blüte pro Stängel. Die Aussenseite der Blütenhüllblätter kann rosa getönt sein. Es gehört zu den Hahnenfussgewächsen.
In Westeuropa und Mitteleuropa wächst es in Laubwäldern, vor allem unter Buchen und Eichen auf nährstoffreichen, frischen Böden. Es steigt bis in die Bergwälder, in Österreich bis auf rund 2000 Meter.
Leben im Rhythmus des Waldes
Nach der Blüte zieht die oberirdische Pflanze ein. Unter dem Boden überdauert ein waagerechtes Rhizom, in dem die Reserven für das nächste Jahr liegen. Weil die Pflanzen sich nur langsam ausbreiten, bilden ältere Bestände dichte weisse Teppiche. Daher gilt ein grosser Bestand als Hinweis auf einen alten Waldstandort.
Im Garten
- Halbschatten bis Schatten unter Laubgehölzen
- humoser, frischer Boden, im Sommer nicht staubtrocken
- Rhizome im Herbst flach einsetzen
Wildpflanzen aus dem Wald zu graben, ist keine gute Idee. Kaufen Sie das Buschwindröschen in einer Staudengärtnerei.
Das Wort Windröschen deutet auf die zarten, im Wind zitternden Stiele hin. In der Volkskunde galten Frühlingsblüher wie dieser lange als Zeichen für das Ende des Winters. Wer im Wald ein Blütenfeld sieht, kann sich am Naturerlebnis erfreuen, ohne etwas pflücken zu müssen.
Schwach giftig
Alle Pflanzenteile sind schwach giftig. Sie enthalten Protoanemonin, das beim Trocknen in das ungiftige Anemonin übergeht. Frischer Saft kann die Haut reizen und Magenbeschwerden auslösen. Tragen Sie Handschuhe. Tox Info Suisse berät unter 145, bei Tieren die Tierarztpraxis.