Ein Kind des Ackers
Wer im Frühsommer an einem Getreidefeld im Mittelland vorbeifährt, kennt ihn: den Klatschmohn, botanisch Papaver rhoeas. Er wächst einjährig, erreicht je nach Standort zwischen 20 und 90 Zentimeter und öffnet seine Blüten von Mai bis Juli. Charakteristisch sind die scharlachroten Blütenblätter mit einem dunklen Fleck am Ansatz.
Eine einzelne Blüte vergeht schnell, aber die Pflanze schiebt fortlaufend neue Knospen nach. Seit Jahrhunderten begleitet er den Getreideanbau, wurde jedoch durch saubereres Saatgut und Spritzmittel auf vielen Äckern selten.
Rot nach dem Bagger
Mohnsamen sind winzig und können über Jahre im Boden schlummern. Sie brauchen Licht, um zu keimen. Wird Erde bewegt, etwa für eine Baustelle oder einen Strassengraben, gelangen alte Samen an die Oberfläche, und schon im nächsten Frühling leuchtet die Fläche rot.
Im eigenen Garten ansiedeln
- Direkt dorthin säen, wo er blühen soll, und nicht bedecken, sondern nur andrücken.
- Einen vollsonnigen Platz wählen, am besten mit eher magerem, lockerem Boden.
- Von Verpflanzen absehen, da die Pfahlwurzel das schlecht verträgt.
- Wer ihn in die Vase stellen möchte, schneidet die Knospen kurz vor dem Aufbrechen und hält das Stielende kurz in heisses Wasser.
Bienen und Hummeln holen am Mohn Pollen, Nektar bietet er nicht.
Wie giftig ist er?
Fachquellen beschreiben die Pflanze als schwach giftig, vor allem den Milchsaft, in dem das Alkaloid Rhoeadin vorkommt. Die Samen gelten als unbedenklich. Hunde können laut Pet Poison Helpline mit Magenbeschwerden und Mattigkeit reagieren. Bei Haustieren hilft die Tierarztpraxis, bei Fragen zu Kindern berät Tox Info Suisse unter 145.