Eine Gattung, drei Gesichter
Die Gattung Anemone, zu Deutsch Windröschen, gehört zu den Hahnenfussgewächsen. Wer von Anemonen spricht, meint je nach Jahreszeit etwas anderes:
- Das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) bedeckt im März und April Laubwälder mit weissen Teppichen.
- Die Kronen-Anemone (Anemone coronaria) stammt aus dem Mittelmeerraum und liefert die mohnähnlichen Schnittblumen mit dunkler Mitte.
- Herbstanemonen blühen von Spätsommer bis in den Oktober, meist in Weiss oder Rosa.
Anemonen als Schnittblumen
Die Kronen-Anemone wird im Winter und Frühling gebunden, wenn draussen noch wenig blüht. In der Vase hält sie fünf bis acht Tage. Die Stiele wachsen weiter und biegen sich zum Licht, was einem Strauss einen lockeren Charakter gibt. Wechseln Sie das Wasser häufig und stellen Sie die Vase kühl.
Im Garten
Knollen der Kronen-Anemone setzt man im Frühjahr, nachdem die Spätfröste vorüber sind; in Höhenlagen oft erst nach den Eisheiligen Mitte Mai. Sie brauchen Sonne bis Halbschatten und einen durchlässigen Boden. Winterhart sind sie bei uns nur in geschützten, milden Lagen.
Anemonen haben in der Blumensprache vielfältige Bedeutungen. Der Name geht auf das griechische Wort anemos für Wind zurück, passend zu den zarten Blüten, die bei jedem Luftzug zittern. Am Wegrand und im Wald sind Waldanemonen ein Zeichen, dass der Frühling begonnen hat. Im Strauss gelten Anemonen als verspielte Ergänzung zu Tulpen und Ranunkeln.
Der Saft reizt
Anemonen enthalten Protoanemonin, das beim Zerdrücken der Pflanze entsteht. Der Saft kann auf der Haut Rötungen und Blasen verursachen und beim Verschlucken den Magen reizen. Tragen Sie beim Schneiden gern Handschuhe. Bei Fragen zu Vergiftungen berät Tox Info Suisse unter 145.