Verbreitung und Name
Der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea) stammt aus West- und Mitteleuropa. Er siedelt sich gern auf Schlagflächen und an Waldsäumen an. Seinen Namen verdankt er der Blütenform: Die Glocken erinnern an einen Fingerhut, und das lateinische digitus heisst Finger. In der Schweiz kommt daneben der Grossblütige Fingerhut (Digitalis grandiflora) mit gelben Blüten vor.
Zwei Jahre bis zur Blüte
Zunächst bildet der Fingerhut ein ganzes Jahr lang nur eine flache Blattrosette. Erst im Jahr darauf wächst der Blütenstängel, der zwei Meter hoch werden kann. Die Glocken messen vier bis sechs Zentimeter, sind in der Regel purpurrot und nur selten weiss, und auf ihrer Unterlippe sitzen innen dunkle Flecken.
Geblüht wird von Juni bis August.
Wo und wie
- Das Saatgut wird nur aufgestreut, es braucht Licht zum Keimen.
- Halbschatten und humoser, eher saurer Boden, der feucht bleibt.
- Blütenstände vor der Samenreife abschneiden, falls keine Selbstaussaat gewünscht ist.
- Am vorteilhaftesten wirkt er im Hintergrund eines Beets oder vor einer Hecke.
Hummeln schlüpfen für den Nektar in die Blüten. Als Schnittblume ist er unüblich. Schneiden Sie ihn dennoch, dann mit Handschuhen, und platzieren Sie die Vase weit weg von Kindern und Tieren.
Sehr giftig
In jedem Teil der Pflanze stecken Herzglykoside, zum Beispiel Digitoxin und Digoxin. Bereits wenige Blätter können tödlich wirken. Bei Tieren führt die ASPCA unregelmässigen Herzschlag, Brechreiz, Durchfall, Kraftlosigkeit und Herzstillstand als Folgen an. Besonders gefährlich ist die Verwechslung der Blätter mit denen anderer Pflanzen, etwa Beinwell.
Rufen Sie bei Verdacht auf eine Vergiftung beim Menschen sofort Tox Info Suisse unter 145 an, bei schweren Symptomen die 144. Für Tiere ist die Tierarztpraxis zuständig.