Rosetten aus den Bergen
Sempervivum gehört zu den Dickblattgewächsen. Der Name bedeutet etwa „immer lebend“. In den Alpen sind drei Arten besonders verbreitet: die Spinnweb-Hauswurz (Sempervivum arachnoideum), die Berg-Hauswurz (Sempervivum montanum) und die Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum). Sie wachsen auf besonnten Felsen und in steinigen Lagen, von der Bergstufe bis in die alpine Stufe.
Ihre Blüten sind meist rot bis rosa.
Ein Blick auf Sorten
Seit rund 1920 wird die Hauswurz systematisch gezüchtet, inzwischen gibt es über 7000 Sorten. Sie unterscheiden sich vor allem in Farbe und Form der Rosetten: grün, rotbraun, silbrig, mit Spinnwebfäden oder dunkler Spitze. Die Blütezeit liegt zwischen Ende Mai und Ende August.
Im Garten und auf dem Dach
- Wählen Sie volle Sonne und kiesigen, durchlässigen Boden.
- Nasse Winter schaden mehr als Frost; die Hauswurz ist in der Schweiz winterhart.
- Im Trog oder Topf genügt grobes Substrat mit Loch im Boden.
- Giessen Sie nur sparsam.
Ihre Verwendung als Dach- und Mauerpflanze reicht weit zurück. Heutzutage dient sie auch auf Gründächern, in Steingärten und in Fugen von Trockenmauern.
Mutter und Kindel
Jede Rosette blüht nur einmal und stirbt danach ab. Zuvor hat sie Tochterrosetten gebildet, die die Lücke füllen. Lose Kindel können Sie anderswo in die Erde drücken. Bei Verdacht, dass ein Kind oder Tier Pflanzenteile gegessen hat, hilft Tox Info Suisse unter 145 oder die Tierarztpraxis.
Aberglaube und Brauch
In vielen Gegenden Europas pflanzte man Hauswurz auf Dächer, in der Hoffnung, sie schütze vor Blitzschlag. Belegt ist, dass die Pflanze sehr genügsam ist und Dachziegel schon lange begrünt. Als Volksheilmittel wurde der Saft äusserlich bei Hautreizungen verwendet, zum Verzehr ist die Pflanze nicht gedacht.
Heutzutage ist sie vor allem ein beliebter Dauergast in Steingarten und Trog.