Breite Farbpalette
Die typische Farbe des Roten Fingerhuts ist Purpur, doch in freier Natur treten auch hellrosa und weisse Pflanzen auf. Im Garten findet man ausserdem gelbe und aprikosenfarbene Sorten. Im Inneren der Glocken zeigen dunkle Punkte den Bestäubern den Weg. Hellrosa Sorten werden in verschiedenen Serien geführt, 'Camelot' zum Beispiel enthält eine rosa Sorte.
Daneben gibt es die 'Excelsior'-Hybriden, deren Glocken ringsum an der Spindel sitzen.
Rhythmus über zwei Jahre
- Erstes Jahr: Die Blattrosette liegt flach am Boden und übersteht so den Winter.
- Zweites Jahr: Der Stängel wächst in die Höhe, zuerst blühen die unteren Glocken auf.
- Danach geht die Pflanze meist ein, streut aber Tausende Samen aus und sorgt so für Nachwuchs in der Umgebung.
Rosa Sorten sind im Hintergrund eines Staudenbeets oder am Rand eines Waldgartens richtig, wo die hohen Kerzen schon von weitem auffallen. Halbschatten und frischer, durchlässiger Boden sind richtig. Hummeln krabbeln tief in die Glocken hinein.
Gefährlich giftig
Für Menschen und Tiere sind alle Teile giftig, also Blätter, Blüten und Samen, denn überall stecken Herzglykoside, darunter Digitoxin und Digoxin. Wer davon aufnimmt, kann einen verlangsamten Puls, Übelkeit, Erbrechen und Rhythmusstörungen bekommen, im schlimmsten Fall steht das Herz still. Setzen Sie den Fingerhut deshalb nicht in Spielbereiche von Kindern und Haustieren.
In einer Notlage wählen Sie Tox Info Suisse 145 oder den Sanitätsnotruf 144.
Vom Gift zur Arznei
William Withering, ein englischer Arzt, untersuchte im 18. Jahrhundert, wie die Pflanze bei Herzschwäche wirkt. Stoffe aus Digitalis-Arten sind seither Grundlage von Herzmedikamenten. Selbst gemachte Mischungen aber sind lebensgefährlich: Heilende und tödliche Menge liegen dicht beieinander.