Mehr als eine Pflanze
Zur Gattung Lonicera zählen über 150 Arten, die meisten auf der Nordhalbkugel. Die Mehrzahl sind Kletterpflanzen, die sich um Stützen winden, ein kleinerer Teil wächst als Strauch. Im Garten kennt man beides: das Geissblatt an Pergola und Zaun, die Heckenkirsche in lockeren Hecken. Die Blüten sind zweilippige Röhren mit süssem Nektar, aus dem sich der Name erklärt.
Vom Geissblatt führt eine direkte Linie zum alten Volksnamen Jelängerjelieber. Er beschreibt das Wunschbild einer Pflanze, deren Duft mit jedem Abend stärker erscheint. Als Hecke oder an einer Rankhilfe steht sie daher gern in der Nähe der Haustür.
Duft am Abend
Besonders das Wald-Geissblatt (Lonicera periclymenum) duftet nachts viel stärker als tagsüber, denn seine Bestäuber sind vor allem Nachtfalter und langzüngige Bienen. Wer es nahe am Sitzplatz pflanzt, hat an Sommerabenden im Juni und Juli das meiste davon. Die Pflanze kann sieben Meter und mehr erreichen; planen Sie also Platz und eine stabile Kletterhilfe ein.
Standort
- Kopf in der Sonne oder im Halbschatten, Fuss kühl und leicht feucht.
- Humusreicher, durchlässiger Boden.
- Schnitt nach der Blüte, falls die Pflanze zu gross wird.
Im Herbst folgen rote Beeren, die Vögeln wie Drosseln als Nahrung dienen.
Beeren sind nichts zum Essen
Die meisten Geissblattbeeren gelten als schwach giftig; Ausnahme ist die als Obst gezogene Blaue Heckenkirsche (Lonicera caerulea). Bei Kindern, die Beeren gegessen haben, hilft Tox Info Suisse rund um die Uhr unter 145. Halten Sie auch Hunde und Katzen von den Früchten fern, und rufen Sie bei Beschwerden die Tierarztpraxis an.