Klein, weiss und früh
Mit nur zehn bis zwanzig Zentimetern Höhe gehört das Schneeglöckchen zu den kleinsten Frühblühern. An jedem Stiel hängt eine einzelne weisse Glocke: Aussen stehen drei lange Blätter, innen drei kürzere mit grünem Fleck. Im Mittelland öffnen sich die ersten Blüten häufig im Februar. In den Voralpen und höheren Lagen liegt oft noch Schnee, dort kommt die Blüte erst im März oder April.
Frost macht ihr wenig aus.
Wildpflanze und Handel
Seit 1973 sind alle wild wachsenden Galanthus-Arten im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) aufgeführt. Wer Zwiebeln kauft, sollte deshalb auf Nachzucht achten und nie in der Natur graben.
Pflanzen und Vermehren
Unter Laubbäumen und Sträuchern fühlen sich Schneeglöckchen wohl, weil der Boden im Sommer schattig bleibt. Die Zwiebeln trocknen schnell aus, daher setzt man sie im Herbst möglichst bald nach dem Kauf. Besonders gut vermehren sich Horste, die direkt nach der Blüte mit dem grünen Laub geteilt werden.
Die Blätter dürfen danach selbst vergilben. Bekannt ist die gefüllte Sorte 'Flore Pleno'. An milden Tagen sind die Blüten eine erste Nahrung für Bienen.
Im Topf oder in einer Schale lassen sich die Zwiebeln dicht nebeneinander setzen. Halten Sie sie draussen kühl, bis die Knospen sichtbar sind, und stellen Sie sie erst dann ins Haus.
Märzenbecher sieht ähnlich aus
Die Frühlings-Knotenblume oder der Märzenbecher (Leucojum vernum) ähnelt dem Schneeglöckchen, hat aber sechs gleich lange Blütenblätter mit grünen Spitzen.
Giftig, aber auch Heilpflanze
In der ganzen Pflanze stecken Alkaloide, am meisten in der Zwiebel. Aus ihnen wird der Wirkstoff Galantamin gewonnen, der bei Alzheimer eingesetzt wird. Bei Speichelfluss, Übelkeit oder Erbrechen nach dem Verzehr rufen Sie Tox Info Suisse unter 145 an, bei Tieren die Tierarztpraxis.