Welches Rot?
Die auffälligste Art ist das Trompeten-Geissblatt (Lonicera sempervirens) aus Nordamerika mit korallenroten Röhrenblüten, die dort Kolibris anlocken. In Mitteleuropa begegnen Gärtnerinnen und Gärtnern eher Sorten des Wald-Geissblatts, bei denen die Blüten aussen rötlich getönt und innen gelblich sind.
Die roten Beeren im Herbst sind ein zusätzlicher Farbakzent.
Wer mit roten Kletterern an der Hauswand arbeitet, achtet auf Abstand zu Dachrinne und Fallrohr. Die Triebe wachsen kräftig und können sich in Ritzen schieben. Ein stabiles Drahtgerüst mit einigen Zentimetern Abstand zur Wand hält die Pflanze im Zaum und lässt Luft an die Blätter, was Mehltau vorbeugt.
Frisch gepflanzte Exemplare brauchen im ersten Jahr regelmässig Wasser. Danach genügt es meist, in langen Trockenperioden einmal pro Woche kräftig zu giessen.
Duft und Wirkung
Rote Sorten duften oft weniger intensiv als die cremeweissen Verwandten. Das spielt im Garten kaum eine Rolle, wenn Farbe gewünscht ist: Eine rote Blütenwolke an der Hauswand fällt aus der Ferne auf und passt zu Backstein und Holz. Wer den süssen Duft sucht, stellt zusätzlich eine weisse Sorte daneben.
Anbau
- Warmer, geschützter Platz mit Wurzelschatten.
- Frischer, humoser Boden; in Trockenzeiten giessen.
- Kletterhilfe aus Draht oder Holzgitter anbieten.
Besonders Exemplare aus Nordamerika vertragen im Mittelland normale Winter, auf rauen Höhenlagen ist ein Schutz an der Wurzel sinnvoll.
Beeren und Sicherheit
Nach heutigem Wissen gelten die meisten Geissblattbeeren als schwach giftig. Für Menschen steht Tox Info Suisse unter 145 rund um die Uhr zur Verfügung. Tiere fressen die Früchte besser nicht; im Zweifel ruft man die Tierarztpraxis an.