Kein Wildling, sondern eine Kreuzung
Was im Beet und auf dem Balkon steht, ist das Garten-Stiefmütterchen. Es ging aus zahlreichen Kreuzungen mehrerer Veilchenarten hervor; beteiligt waren unter anderem das Wilde Stiefmütterchen, das Gelbe Veilchen und das Altai-Veilchen. Die Blüten messen vier bis sechs Zentimeter und tragen fünf Blütenblätter, bei vielen Sorten mit dunklem Zentrum.
Moderne Züchtungen kommen auch ganz ohne diese Zeichnung aus.
Die dreifarbige Zeichnung, die viele Menschen mit dem Stiefmütterchen verbinden, stammt vom Wilden Stiefmütterchen, das auf mageren Wiesen und Äckern wächst. Die grossen Gartenformen sind jünger und wurden gezielt auf Farbe und Blütengrösse hin gezüchtet. Beide gehören zur Gattung der Veilchen, haben aber ganz eigene Ansprüche.
Wann pflanzen, wann säen
Botanisch sind Stiefmütterchen zweijährig: Im ersten Jahr bilden sie Blätter, im zweiten blühen sie. Wer rechtzeitig sät, zum Beispiel bis Juli, bekommt die Blüte aber schon im ersten Jahr. Gängig sind zwei Wege:
- Aussaat im Sommer für Blüten im Herbst und im Frühjahr.
- Aussaat im Winter, drinnen vorgezogen, für den Sommer.
Gekaufte Jungpflanzen setzt man in Gärtnereien-Qualität meist im Herbst oder sobald im Frühling der Boden aufgetaut ist.
Pflege ohne Aufwand
Ein Platz in Sonne oder Halbschatten genügt, die Erde sollte locker und frisch sein. Verblühtes zupft man ab, dann kommen immer neue Knospen. Die Blütezeit reicht von April bis in den Oktober. Bei grosser Hitze auf dem sonnigen Balkon lässt sie nach, eine Pause im Halbschatten hilft.
Für Hund und Katze
Die ASPCA führt das Stiefmütterchen unter den ungiftigen Pflanzen für Hunde und Katzen. Trotzdem gilt: Wer Tiere hat, lässt sie lieber nicht in Töpfen graben, denn Dünger und Pflanzenschutzmittel können schaden.