Kamille im Steckbrief
Wer Kamille sät, erhält einen Korbblütler: Matricaria chamomilla wächst nur einen Sommer lang, erreicht 20 bis 50 Zentimeter und besitzt feine, mehrfach gefiederte Blätter. Im Zentrum der Köpfchen sitzen gelbe Röhrenblüten, ringsum stehen weisse Zungenblüten, die sich später nach unten biegen. Geblüht wird von Mai bis Juli, manchmal bis in den September, begleitet von einem kräftigen, würzigen Duft.
Verwechslungen vermeiden
Ähnliche Wildpflanzen sehen auf den ersten Blick gleich aus. Die sicherste Probe ist ein Längsschnitt durch das Köpfchen: Hohl und kegelig ist der Blütenboden nur bei der Echten Kamille. Die Geruchlose Kamille (Tripleurospermum inodorum) hat dort Mark und kaum Duft. Die Römische Kamille gehört zu einer anderen Gattung und bleibt mehrjährig.
Anbau und Ernte
- Aussaat im Herbst oder im Frühjahr, als Lichtkeimer nur andrücken
- sonniger Platz mit frischem, humosem Boden, bis etwa 1300 Meter Höhe
- Ernte, sobald zwei Drittel der Blüten am Köpfchen offen sind
- rasches, schonendes Trocknen, damit die Wirkstoffe erhalten bleiben
Wer im Garten Platz hat, kann ein kleines Kamillenbeet anlegen. Die Pflanze sät sich selbst aus, wenn man einzelne Köpfchen stehen lässt, und kehrt im folgenden Jahr zurück. Eine Handvoll Köpfchen reicht für eine Tasse Tee. Sammeln Sie nur an Orten, an denen keine Spritzmittel eingesetzt werden.
Der Tee gilt traditionell als Hausmittel bei Magen-Darm-Beschwerden, auch Umschläge sind bekannt. Zu den Inhaltsstoffen des ätherischen Öls zählen Bisabolol und Chamazulen. Allergien werden nur selten beschrieben.
Kamille und Heimtiere
Der ASPCA führt Kamille als giftig für Hunde, Katzen und Pferde, meint damit aber die Römische Kamille. Hautreizungen und Erbrechen sind möglich. Verabreichen Sie Tieren daher keinen Kamillentee und rufen Sie bei Unsicherheit die Tierarztpraxis an.